20. November, Budapest, Ungarn: Offizielle Präsentation des Weißbuchs der Präsidentin des nationalen Justizamtes

Am 20. November wurden Vivien Whyte und Dániel Szabados von Frau Dr. Tünde Handó, Präsidentin des Ungarischen Landesjustizamtes, empfangen. Das Nationale Justizamt ist die öffentliche Einrichtung, die für die zentrale Verwaltung der ungarischen Justiz zuständig ist.
Vivien Whyte überreichte Frau Handó offiziell das Weißbuch für einen Rechtspfleger / Greffier für Europa und präsentierte ihr die Grundprinzipien, auf denen dieser ideale Beruf basiert: Unabhängigkeit, Entscheidungsfähigkeit, als Gerichtsmanager eingesetzt zu werden, öffentliche Information und Mediation.

In Ungarn handelt es sich bei den Richtersekretären um nichtrichterliches Personal, das befugt ist, in vielen Bereichen Entscheidungen zu treffen, einschließlich zivil- und verwaltungsrechtlicher Verfahren, die ohne Anhörung durchgeführt werden, aber auch in Strafsachen, in denen sie Geldstrafen verhängen können. Sie führen auch Mediationen durch. Ihr besonders breites Spektrum macht sie zu einem Vorbild für ähnliche Berufe in anderen Ländern.

Richtersekretäre haben eine enge Beziehung zu den Richtern. In der Tat findet die ungarische gerichtliche Laufbahn in drei Phasen statt. Bewerber, die die Bedingungen erfüllen (höherer juristischer Abschluss und dreijährige juristische Praxis), werden durch Auswahlverfahren angeworben und zu Referendaren ernannt. Dann arbeiten sie für die Dauer von drei Jahren in den Funktionen des Richters. Am Ende dieses Zeitraums können diejenigen, die zum Anwaltsexamen zugelassen sind, zu Richtersekretären ernannt werden.
Diese Richtersekretäre sind dazu bestimmt, Richter zu werden, sobald sie ein bestimmtes Alter erreicht haben.

Frau Handó war sehr an den im Weißbuch enthaltenen Vorschlägen interessiert. Sie gab ihrem Wunsch Ausdruck, dass die Richtersekretäre ihre Aufgaben so erfüllen könnten, damit sich die Richter auf die komplexesten Rechtsstreitigkeiten konzentrieren können. Sie plant als weitere Entwicklung, das Kompetenzfeld der Richtersekretäre, insbesondere im Bereich der Gerichtsverwaltung, weiter auszubauen und ihre Ausbildung zu verbessern.

Vivien Whyte hatte dann das Privileg, die Ungarische Akademie der Justiz zu besuchen und an einer sehr informativen Diskussion über die Rekrutierung und Ausbildung von Richtersekretären und deren Aufgaben teilzunehmen.
Er weist darauf hin, dass die Akademie sehr offen für internationale Zusammenarbeit sei und die Bewerber bei der Vorbereitung zu den Prüfungen und Auswahlverfahren, die für den Zugang zur Justiz erforderlich sind, sehr unterstützt.