32. Veranstaltung für die Justizauthentizität, Cordoba, 8. Juni 2018

Am 8. Juni nahm Präsident Vivien Whyte an der jährlichen Tagung für die Justizauthentizität teil, die von der spanischen Mitgliedsorganisation Ilustre Colegio Nacional de Letrados de la Administracion de Justicia in Cordoba organisiert worden war.

Diese Veranstaltung fand statt, nachdem der neue spanische Justizminister in Madrid nach dem jüngsten Regierungswechsel und zwei Wochen nach den nationalen Demonstrationen der Letrados vereidigt worden war.

Mehr als 300 Letrados aus ganz Spanien waren anwesend, um den aktuellen Stand der Justiz und ihre beruflichen Perspektiven zu diskutieren.
Sie hatten drei Mitglieder des Parlaments eingeladen, die Sprecher ihrer jeweiligen Parteien beim Spanischen Kongress der Rechtskommission sind, die alle ihre Visionen für die Justiz und die Letrados vorbrachten, bevor sie diese Fragen mit dem Publikum diskutierten. Die Sprecherin des Justizministeriums, selbst eine Letrada, und die Leiter mehrerer Gerichte nahmen ebenfalls teil.

In den erstinstanzlichen Gerichten sind die Letrados für alles zuständig, was nicht zu einer Entscheidung in der Sache führt. Sie schätzen, dass sie 80% der Fälle bearbeiten, bevor Richter und Schiedsleute Entscheidungen treffen. Dies hat zur Folge, dass mit zunehmender Anzahl der Richter auch ihre Arbeitsbelastung steigt. Infolgedessen fordern sie Maßnahmen in den Bereichen Organisation, Technologie und Ressourcen. Zum Beispiel könnte das Justizamt, eine von Letrados geleitete Verwaltungsorganisation mit gemeinsamen Diensten, jetzt auf das ganze Land ausgedehnt werden. Die Digitalisierung könnte gesteigert und bessere Bearbeitungs-Management-Systeme implementiert werden, um die Effizienz zu steigern und vertrauenswürdige Statistiken zu erstellen.

Da die Letrados jetzt für die Aufklärung der Opfer von Verbrechen zuständig sind, müssen ihnen auch die materiellen Mittel zur Verfügung gestellt werden, um diese Pflicht zu erfüllen. Es ist erwähnenswert, dass ein neu rekrutierter Letrado ein Gehalt von 1.400 € hat. Das Justizsystem würde aber zweifellos von höheren Gehältern profitieren, die den umfangreichen Zuständigkeiten der Letrados entsprechen.

Vivien Whyte, der bei der Abschlusszeremonie das Wort ergriffen hatte, erneuerte die Zusage der vollen Unterstützung der EUR für die spanischen Letrados.
Spanien hat es sich zur Aufgabe gemacht, hochrangige nichtgerichtliche Mitarbeiter der Gerichte in vielen gerichtlichen Angelegenheiten mit unabhängigen Entscheidungsprozessen zu betrauen. Sein Rechtssystem ist mehr denn je ein Modell für Qualität und Effizienz. Um diese grundlegenden Reformen nutzen zu können, müssen die notwendigen Mittel bereitgestellt werden.

Vivien Whyte möchte den spanischen Kollegen für ihren herzlichen Empfang und ihre großzügige Gastfreundschaft danken.