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Internationaler Notariats-Kongress

3. bis 6. Oktober 2007 - Madrid

Spanien wurde mit der Verantwortung und dem großen Privileg betraut, in Madrid den Weltkongress des Notariats 2007 unter der Präsidentschaft Ihrer Königlichen Hoheiten der Prinzen von Asturien anlässlich des 25. Internationalen Kongresses vom 3. bis 6. Oktober 2007 zu empfangen.

Die Internationale Union des Notariats wurde 1948 in Buenos Aires (Argentinien) von Vertretern des Notariats aus 19 Ländern gegründet: Argentinien, Belgien, Bolivien, Brasilien, Kanada, Kolumbien, Costa Rica, Kuba, Chile, Ecuador, Spanien, Frankreich, Italien, Mexiko, Paraguay, Peru, Puerto Rico, Schweiz und Uruguay. Die ursprünglichen Statuten, in Form einer „Charta“ im Oktober 1948 verabschiedet, wurden offiziell durch den Kongress in Madrid am 21.10.1950 übernommen.

Heute wird die Union durch Mitglieder aus verschiedenen Ländern der Welt vertreten, wie beispielsweise in Europa 34 Länder wie Albanien, Deutschland, Andorra, Österreich, Belgien, Bulgarien, Kroatien, Spanien, Estland, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Italien, Lettland, London (?!), Luxemburg, Monaco, Niederlande, Polen, Portugal, Russland, Schweiz, Türkei, Vatikan etc., in Amerika 23 Länder, in Afrika 15 Länder und in Asien (3 Länder). Die Notariatsmitglieder werden vertreten durch den jeweiligen Hohen Rat oder andernfalls durch Einrichtungen von nationalem Charakter bzw. durch Lehrstätten und Notarinstitute von regionalem Charakter. Jedes Land hat eine einzige Stimme.

Die vergangenen 57 Jahre haben eine spektakuläre Veränderung im sozialen und wirtschaftlichen Umfeld markiert, in welchem das Notariat gehalten ist, seine Aufgabe auszuüben und weiterzuverfolgen, so wie es der Präsident des spanischem Conseil Général du Notariat („Generalrat des spanischen Notariats“) gesagt hat: das stete Wachstum und die Zunahme der Kommunikations- und Telekommunikationsmittel, die mächtigen Wellen von Umzügen von Personen, die auf der Suche nach Verbesserung ihrer wirtschaftlichen, persönlichen und familiären Umgebung sind, das Phänomen der Globalisierung, die Vormacht volkswirtschaftlicher Begriffe, die Deregulierung und die totale Anwendung des Gesetzes des Marktes haben einen noch nie dagewesenen Wandel im Ablauf der notariellen Aktivitäten hervorgerufen, als Folge eines tiefen menschlichen Verlangens nach Sicherheit.

Dieses Verlangen, das über das primäre Bedürfnis, die öffentliche Ordnung zu bewahren, hinausgeht, findet seinen Ursprung im ausgeprägten Streben jedes menschlichen Wesens, verwurzelt im Geist des Miteinander, über ein ausreichendes Bündel an Sicherheiten zu verfügen, das ihm nicht nur erlaubt, in Freiheit zu leben, sondern selbst seine Angelegenheiten zu regeln und seine eigenen Mittel im Rahmen eines Systems zu verwalten, das in der Lage ist, die Situationen und juristischen Beziehungen, die er gefestigt hat, mit Effizienz auszustatten, die Ausübung einzelner Rechte zu garantieren und dem Gesetz diejenigen Institutionen zu unterwerfen, die auf dem Markt mitwirken.

Die Internationale Union des Notariats (UINL) ist eine regierungsfremde Organisation, gegründet, um die notariellen Aktivitäten in der ganzen Welt voranzubringen, zu koordinieren und weiterzuentwickeln. Dadurch wird – auch dank der Zusammenarbeit zwischen den Notariaten – die Würde und Unabhängigkeit für einen besseren Dienst an den Menschen und der Gesellschaft sichergestellt.

Die Themen, die dieses Jahr für den 25. Kongress der UINL ausgewählt wurden, fügen sich perfekt in diesen Geist ein in dem Maße, wie einerseits der Einfluss der Einrichtung des Notariats auf die Entwicklung der Gesellschaft behandelt wird und andererseits durch die Aktivität die sie in dem gesamten Land entfaltet, sei es in den Städten oder auf dem Land.

Gerade durch die Erklärung, auf welche Weise der Notar aktiv an der Entwicklung des Landes teilnimmt, in dem er seinen Beruf ausübt, kommt man dazu, die Autoritäten eines anderen Landes zu überzeugen, für die Institution des Notariats zu stimmen und dadurch sogar für ein Rechtssystem durch Gesetzbücher.

Der notarielle Vertrag ist ein außergewöhnliches Instrument für die Entwicklung der Gesellschaft in diesem Sinne, auch wenn er natürlich an der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes teilnimmt indem er den Handel begünstigt, so sorgt er auch für einen dauerhaften Zustand, indem er die Rechte und Pflichten der Parteien im Vertrag aufzählt.

Aber der notarielle Vertrag ist auch ein ausgezeichnetes Werkzeug für die rechtliche Entwicklung, das dem Notariat zur Verfügung steht. Die rechtliche Ausstrahlung des Berufs ist in vielen Ländern gewaltig durch die Hilfe aller Instrumente über die er verfügt, wie Forschungszentrum, Einrichtungen, notarielle Dokumentation, Arbeiten bei verschiedenen Kongressen sowie durch die zahlreichen Projekte der Zusammenarbeit, die sich zwischen dem Hohen Rat des Notariats und den notariellen Instanzen verschiedener Länder entwickeln konnten.

Der Kongress in Madrid wurde mit der Aufgabe betraut, das Thema zu behandeln, das dem Einfluss des notariellen Vertrags auf die Entwicklung eines Landes gewidmet ist. Heute sind sich die besser entwickelten Länder und internationalen Einrichtungen bewusst, dass sich die Hilfe für die ärmeren nicht auf finanzielle Fragen beschränkt, sondern Unterstützung nötig macht für die Einführung einer gewissen Zahl von Grundrechten, aus denen das Rechtssystem entsteht.

Arbeitsprogramm des Kongresses:

Thema I: „Der notarielle Vertrag als Entwicklungsinstrument in der Gesellschaft“

Erster Teil: Der notarielle Vertrag
Zweiter Teil: Der Beitrag des notariellen Vertrags zur Entwicklung in der Gesellschaft
Dritter Teil: Der wirtschaftliche Wert von Sicherheit im rechtlichen Bereich

Thema II: „Die notarielle Aktivität im ländlichen und städtischen Bereich“

Massive Verbriefung / Erfassung von Immobilienbesitz
a) Die Beteiligung des Notariats. Rolle des Notariats
b) Vereinfachung der kaufmännischen Regeln

Übertragung von Grundbesitz. Gebrauchs- und Nutzungsrechte. Konzession. Garantien im Immobilienbereich.

Ich hoffe, dieser Arbeitsbericht des Weltkongresses des Notariats in Spanien 2007, bei dem ich die Ehre hatte als Vizepräsidentin der spanischen EUR in Vertretung des Vorstands teilzunehmen, ist für die Kollegen der Europäischen Union der Rechtspfleger von Interesse.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.

Granada, den 19. Oktober 2007

Sofia Bravo Lifante
Vizepräsidentin der EUR

 

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