Einige Themen die
auch KollegInnen auerhalb Deutschlands interessieren knnten. News Juni 2005
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- Privatisierung des Gerichtsvollzieherwesens
Die Privatisierung des Gerichtsvollzieherwesens fordert die FDP und hat dazu einen Antrag
(15/5046) eingebracht. Die Bundesregierung solle einen Gesetzentwurf vorlegen, der die
rechtlichen Rahmenbedingungen dafr schaffe. Erwartet wird von freiberuflich ttigen
Gerichtsvollziehern eine weitere Effizienzsteigerung und erhebliche Verkrzung der
Zwangsvollstreckungsverfahren. Das derzeitige Vollstreckungssystem in Deutschland knne
den Anforderungen der Zukunft im Hinblick auf das zusammenwachsende Europa nicht mehr
gerecht werden.
In den vergangenen Jahren htten der hohe Arbeitsanfall und die damit verbunden Belastung
der rund 4.500 Gerichtsvollzieher im ganzen Bundesgebiet dazu gefhrt, dass sich die
Bearbeitungszeiten der Flle erheblich verlngert htten. Oft dauere es viele Monate
bis eine gerichtliche Entscheidung umgesetzt sei. Dies sei auch eine Gefahr fr die
Wirtschaft. Nicht bezahlte Handwerkerrechnungen bedeuteten im schlimmsten Fall, dass der
nchste Auftrag nicht vorfinanziert werden knne und der Betrieb Insolvenz anmelden
msse.
http://dip.bundestag.de/btd/15/050/1505046.pdf
- E-Mail ersetzt den Aktenbock
Der Bundesrat hat heute das Justizkommunikationsgesetz verabschiedet. Das Gesetz wird am
1. April 2005 in Kraft treten. Es ermglicht einen umfassenden elektronischen
Rechtsverkehr mit den Gerichten und die Fhrung von elektronischen Gerichtsakten.
Das herkmmliche Prozessrecht geht von der Papierform aus und muss deshalb so umgestaltet
werden, dass es fr die neuen Techniken geffnet wird. Auch bei elektronischen
Dokumenten muss sichergestellt sein, dass das Dokument authentisch ist, also tatschlich
von seinem Verfasser stammt und auch nicht verndert worden ist. Deshalb sieht das
Justizkommunikationsgesetz vor, dass elektronisch abgefasste Urteile mit einer
qualifizierten elektronischen Signatur zu versehen sind. So genannte bestimmende
Schriftstze, wie z.B. Klageschriften, mssen grundstzlich ebenfalls qualifiziert
elektronisch signiert sein. Weiter enthlt das Gesetz Regelungen ber die elektronische
Akteneinsicht, ber den Beweiswert elektronischer Dokumente und ber den Medientransfer,
also ber die Umwandlung von Papierdokumenten in elektronische Dokumente. Das Gesetz ist
Teil der Initiative BundOnline2005, in der sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt hat,
bis 2005 alle internetfhigen Dienstleistungen online bereitzustellen.
Technische Einzelheiten fr die Teilnahme am elektronischen Rechtsverkehr mit
Bundesgerichten sind auf den Internetseiten des Bundesgerichtshofs
www.bundesgerichtshof.de, des Bundesverwaltungsgerichts www.bundesverwaltungsgericht.de,
des Bundesfinanzhofs www.bundesfinanzhof.de und des Bundespatentgerichts
www.bundespatentgericht.de zu finden.
- EU: Grnbuch zu Scheidungen
Die Europische Kommission verffentlichte am 14.03.2005 ein Grnbuch ber das
anwendbare Recht und die zustndigen Gerichte bei Scheidungen, die Ehepaare verschiedener
Staatsangehrigkeit betreffen oder die in einem Mitgliedstaat leben, welcher nicht ihr
Herkunftsstaat ist. Mit diesem Dokument startet sie auch eine ffentliche Beratung, die
zu einem Gesetzesvorschlag fhren knnte. Die Kommission kritisiert was die derzeitige
Situation angeht die "fehlende juristische Sicherheit und Elastizitt" und
beginnt ihr Dokument mit mehreren konkreten Beispielen, wie jenes eines
finnisch-schwedischen Paares, das in Irland lebt, einem italienischen Paar, das in
Deutschland lebt usw., um zu erklren, dass es notwendig ist, europische Regeln zur
Wahl des anwendbaren Gesetzes bei Scheidungsfllen festzulegen. Die Kommission fordert
Interessierte auf, anzugeben, ob sie fr eine Harmonisierung der Regeln zu den
Gesetzeskonflikten sind, und welche Regeln sie anzuwenden wnschten. Sie fragt auch, ob
Ehepaare, mit bestimmten Einschrnkungen, gemeinsam das Gesetz auswhlen knnen
sollten, dass im Falle ihrer Trennung angewendet werden soll. Die Europische Kommission
ist ferner der Meinung, dass die Bestimmungen zu den zustndigen Gerichten, die in der
Verordnung Brssel II vom November 2003 festgelegt sind, revidiert werden knnten. Auch
hierzu fragt sie, ob die Parteien die Gerichte selbst aussuchen knnen sollten.
Das Grnbuch wird auf folgender Internetseite abrufbar sein:
http://www.europa.eu.int/comm/justice_home/whatsnew_en.htm
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