Lahr (Deutschland) – Feier anlässlich der 30-jährigen Verbindung zwischen den Greffiers aus dem Elsass und den deutschen Rechtspflegern

Am 24. November 2016 trafen sich die elsässischen Greffiers der Berufsorganisation UNSa-SJ und ihre deutschen Amtskollegen der Berufsorganisation BDR in Lahr (Deutschland)zum 30-jährigen Bestehen der Allianz.

Die am 23. Mai 1986 in Straßburg gegründete Partnerschaft soll ein besseres Verständnis der französischen und deutschen Rechtsordnung und insbesondere des Austauschs von Informationen über die Justizorganisation und die Ausbildung der Greffiers/Rechtspfleger ermöglichen. Sie steht damit in voller Übereinstimmung mit den Zielen des EUR im Sinne von Artikel 2 unserer Satzung.

Heute umfasst diese Allianz Kollegen aus dem Elsass, Offenburg, Waldshut-Tiengen, Freiburg und Baden-Baden.

Ihre 30. Sitzung konzentrierte sich auf die E-Justiz. Nach Ansprachen des Amtsgerichtsdirektors Thomas Krebs und des Präsidenten Dr. Christoph Reichert stellte Frau Siegfried, die Vizepräsidentin des Landgerichts, die Einführung der EAkte im Land Baden-Württemberg vor.

Die Computerisierung des französischen Justizwesens wurde dann von Herrn Denis Schalck, Greffier beim Berufungsgericht Colmar, und von Luc Sehnen, Computer-Spezialist beim Generalsekretär des französischen Justizministers, dargelegt.

Frau Sophie Sontag Koenig, die die Europäische Kommission für die Effizienz der Justiz (CEPEJ) vertrat, hatte dann das Wort und präsentierte den Einsatz von Informationstechnologien bei den Gerichten Europas. Interessanterweise waren die Länder mit der höchsten Informationstechnologienutzung bei Gericht nicht unbedingt die effizientesten. Der CEPEJ zufolge hängt die Effizienz nicht nur von den „Werkzeugen“, die zur Verfügung stehen ab, sondern auch von den zugeteilten Mitteln und den eingesetzten Managementmethoden.

Der Vormittag wurde durch den EUR-Präsidenten Vivien Whyte abgeschlossen, der das Weißbuch für einen Greffier/Rechtspfleger für Europa vorstellte, bevor er dem Präsidenten Herrn Dr. Reichert, und den Vertretern der anwesenden vier deutschen Sektionen offiziell eine Kopie übergab.

Der Nachmittag war einem Besuch der Stadt aus historischer und juristischer Perspektive gewidmet, der es den Teilnehmern erlaubte, sich ihres Reichtums bewusst zu werden.

Später trafen sich alle für ein ausgezeichnetes Abendessen, mit dem ein besonders schöner und produktiver Tag beendet wurde.

Vivien Whyte und Philippe Gilabert vertraten die EUR.